paris: zurück zur ursprünglichen inspiration
dieses jahr bin ich mit drei meiner skulpturen an die art3f nach paris zurückgekehrt – in die stadt, in der ich vor bald 40 jahren zum ersten mal staunend durch die museen ging. eine rückkehr zu dem, was mich damals inspiriert hat.
der erste besuch
vor bald 40 jahren kam ich nach paris – suchend, nach einem persönlichen verlust. ich verbrachte unzählige stunden in den grossen museen und staunte. ich war damals einfach ein junger mann, der sich orientieren und die welt um sich herum besser verstehen wollte.
im musée rodin hat mich der denker beeindruckt. weniger wegen seiner berühmtheit, sondern weil er eine innere schwere so treffend ausdrückt. rodins raue, unaufgelöste oberflächen zeigten mir, dass eine form für sich selbst sprechen kann, ohne dass man sie gross erklären muss.
später bei den impressionisten fiel mir auf: die wirklichkeit steht nicht fest, sie verändert sich mit der wahrnehmung. licht und perspektive verändern alles. ein eigentlich simpler gedanke, der mich aber bis in meine heutige arbeit begleitet.
ein gedankenkeim: die rote kugel
bei einem spaziergang über das champ de mars stiess ich auf das monument der menschenrechte. seine klare formensprache blieb mir in erinnerung. heute sehe ich darin einen frühen impuls für meine arbeit – vielleicht ein gedankenkeim für die rote kugel, die heute in meinen skulpturen oft als präsentes, ruhendes zentrum auftaucht.
jahre später
ich experimentierte und fand von frühen figurativen versuchen allmählich hin zu einer reduzierten, geometrischen klarheit. und dann kehrte ich nach paris zurück. diesmal stand ich an der art3f neben meinen eigenen skulpturen. ein schöner, unaufgeregter moment auf einem langen weg.
giacometti und die reduktion
im institut giacometti sah ich seine frühe kubistische phase – wie er die figur zerlegte, um zu ihrem kern zu kommen. mein weg verlief eigentlich umgekehrt: von der figur zur geometrischen reduktion. giacometti brach den körper auf, ich verdichte die geometrie. die frage dahinter bleibt für mich aber ähnlich:
was bleibt, wenn man alles unnötige weglässt?
unbekümmert, aber nicht gleichgültig
auf dem friedhof montparnasse hielt ich an man rays grab inne. seine inschrift lautet:
«unconcerned, but not indifferent.»unbekümmert, aber nicht gleichgültig.
diese haltung gefällt mir. frei von erwartungen bleiben und trotzdem aufmerksam für die dinge, die wichtig sind. es ist eine balance, um die ich mich in meiner arbeit stets bemühe.
vergangenheit und gegenwart
paris war für mich ein anfang. die rückkehr mit den eigenen skulpturen schliesst einen bogen. die eindrücke von damals – rodins formensprache, das licht, die klarheit – sind teil meiner arbeit geworden. die rote kugel in meinen werken ist mein stiller impuls. wenn meine arbeit getan ist, übergebe ich diese skulpturen dem raum des betrachters – in der hoffnung, dass sie dort unaufdringlich ihre eigene wirkung entfalten und tag für tag zum nachdenken anregen.
und vielleicht geht es am ende gar nicht um meine rote kugel, sondern um deine:
was ist der stille impuls in deiner eigenen geschichte, der dich in bewegung hält?
eindrücke von der art3f paris
kunst wird im dialog zu kunst. einige momente mit der skulptur creative continuum am stand der galerie helligkeit.
die gezeigten werke an der art3f paris
- skulptur creative continuum — reibung, fokus und der fluss dazwischen
- skulptur sphere of life — die inneren welten von verstand, seele und herz im zentrum
- skulptur find your sweetspot — balance, fokus und der raum, in dem du deine beste arbeit machst
vier museen für skulpturbegeisterte in paris
- musée rodin — der ort, um tief in das werk von auguste rodin einzutauchen. ein wunderschönes haus mit garten, und selten überlaufen.
- musée du louvre — das grösste kunstmuseum der welt. ein muss, auch wenn es oft überfüllt ist.
- institut giacometti — ein kleines museum der fondation giacometti, wenn du mehr über giacomettis leben und werk erfahren möchtest.
- musée bourdelle — ein kleines, zentral gelegenes museum über antoine bourdelle, mit einblicken in das handwerk der bildhauerei.












